Der Duft von brennendem Sandelholz liegt in der Luft, Kirtan-Gesänge begleiten den Weg nach oben und freche Rhesusaffen stolzieren über die alten Steinmauern: Ein Nachmittag am Swayambhunath, dem berühmten Affentempel in Kathmandu, ist ein Fest für alle Sinne. Begleite mich auf den Spuren traditioneller Symbolik, herzlicher Begegungen mit dem nepalesischen „Namaskar“ und einem unvergesslichen Weitblick über das Kathmandu-Tal.
Ein lauer Luftzug trägt den Duft von brennendem Sandelholz über den Hügel. Im Hintergrund klingen kleine Glocken. Gleichzeitig singt eine Gruppe rhythmisch Mantras.
Ich steige am Nachmittag die 365 steilen Steinstufen nach oben. Dabei spüre ich sofort die magische Anziehungskraft dieses Ortes.
Der Swayambhunath ist auch als Affentempel bekannt. Er bildet das lebendige und spirituelle Herz des Kathmandu-Tals.

Die steilen Stufen: Ein Aufstieg für die Sinne
Schon beim Aufstieg spürt man die besondere Energie dieser alten Heiligenstätte. Auf den Stufen sitzen immer wieder Frauen, die um ein kleines Almosen bitten.
In Nepal gehört das Geben von Almosen (Dana) fest zum religiösen Alltag. Diese Begegnungen lassen einen für einen Moment innehalten. Dennoch wird man stets mit einem freundlichen Lächeln empfangen. Ein leises „Namaskar“ begleitet den Weg nach oben.
Oben angekommen wird man belohnt. Einerseits spürt man die friedliche Stimmung am Nachmittag. Andererseits öffnet sich der Blick weit über das Häusermeer. In der Ferne zeichnen sich die Gipfel des Himalaya-Massivs ab. Das warme Nachmittagslicht setzt dieses Panorama perfekt in Szene.

Zwischen Kirtan-Gesängen und heiligen Symbolen
Oben auf dem Tempelplateau taucht man tief in das religiöse Leben ein. Hier verschmelzen Hinduismus und Buddhismus harmonisch miteinander. Die goldenen Buddha-Figuren strahlen eine große Ruhe aus.
Während die Mantras durch die Luft schweben, blicken die Augen Buddhas herab. Sie stehen für Weisheit und Mitgefühl. Das Symbol zwischen den Augen sieht aus wie ein Fragezeichen. Es ist jedoch die nepalesische Ziffer Eins. Sie symbolisiert die Einheit aller Dinge.

Die heimlichen Herrscher: Begegnungen mit den Affen
So friedlich die spirituelle Stimmung auch ist, langweilig wird es am Swayambhunath nie! Dafür sorgen die eigentlichen Hauptdarsteller des Hügels: die Rhesusaffen. Sie gelten nach der lokalen Tradition als heilig, nutzen diesen Status aber schamlos aus.
Überall stolzieren die kleinen Tiere am Nachmittag über die Mauern, klettern an alten Schreinen empor und beobachten die Besucher ganz genau. Mehrfach konnte ich beobachten, wie unachtsame Touristen überrascht wurden: Sobald eine Leckerei aus der Tasche lugt oder etwas zu holen ist, schlagen die flinken Tiere blitzschnell zu!
Mein Tipp vor Ort: Halte Essen, Getränke und lose Gegenstände immer gut fest und pass auf deine Taschen auf, während die Affen in der warmen Nachmittagssonne chillen!

Warum dieser Ort im Gedächtnis bleibt
Es ist diese einzigartige Mischung aus dem freundlichen Namaskar der Einheimischen, dem omnipräsenten Duft von Sandelholz, den meditativen Gesängen und dem lebendigen Treiben der Affen, die den Affentempel so unvergesslich macht. Wer Kathmandu besucht, sollte sich den Swayambhunath keinesfalls entgehen lassen, ganz egal ob am frühen Morgen oder bei dem wunderschönen Licht am Nachmittag.


















